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Dezernent Peisker plant wieder nur Gewerbe, aber keinen Wohnraum

Stadtentwicklungsdezernent Peisker plant die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens „Jena.In.West – Technologiecampus Otto-Schott-Straße“ für das Gebiet oberhalb des Westbahnhofes in Jena. Außer dem neuen Namen bleibt jedoch alles beim Alten. Geplant sei eigentlich nur, genau das weiter zu führen, was bis jetzt dort auch (jedenfalls die Reste davon) ist ein Gewerbegebiet. Erstaunlicherweise sei mit der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens auch gleichzeitig ein beschleunigtes Verfahren nach §13a Baugesetzbuch in der Beschlußvorlage zu finden. Weshalb man es nun auf einmal so eilig habe, lässt jedoch die Begründung offen. Maximal als besonders sei der neu zu planende Grünzug und die Schaffung einer Geh- und Radwegeverbindung zum Sandwegtunnel zu nennen.

Begründung in der Beschlußvorlage:
„Der nördliche Teil des Standortes der Firma Schott ist im 2013 vom Stadtrat beschlossenen Konzept „Arbeitsplatz- und Gewerbeflächenentwicklung Jena 2025“ als Bestandteil der Revitalisierungsfläche im Gewerbegebiet Tatzendpromenade dargestellt. Die Firma Schott nutzt gegenwärtig nur noch Teilbereiche des jetzigen nördlichen Firmengeländes an der Otto-Schott-Straße. Die entbehrlichen Gebäude und Flächen können daher neu geordnet und planerisch für eine zukünftige gewerbliche Nutzung vorbereitet werden.

Der zu entwickelnde Standort ist innenstadtnah und sehr verkehrsgünstig gelegen. Im Planverfahren ist zu prüfen, inwieweit eine Neuordnung der straßen- und medienseitigen Erschließung erforderlich wird. Die besonders anspruchsvolle Topografie ist einerseits eine Chance; andererseits fordert sie besondere Sorgfalt bei der Neuplanung von Flächen und Erschließungsanlagen.“

Mich verwundert etwas, dass es jetzt eines beschleunigten Verfahrens braucht, nachdem die Flächen ja nicht wirklich erst vor kurzem, vorrangig durch Schott, genutzt wurden. Teile des Gebietes stehen nun schon teilweise seit zwei Jahren leer. Der Standort ist sehr innenstadtnah, was ja eigentlich eher zu einer Begründung führen würde, weshalb man dort nicht zusätzlich zu einem Gewerbegebiet nicht auch die neue planerische Möglichkeit nutzt und auf den neuen Baugebietstyp „Urbane Gebiete“ zurückgreift. Das Konzept der „Arbeitsplatz- und Gewerbeflächenentwicklung Jena 2025“, worauf man sich auch in diesem Antrag bezieht, weist ganz klar auf ein großes Problem hin, welches ganz einfach durch die Grafik „Welche Standortfaktoren sind Ihnen generell wichtig“ sichtbar wird. Man schaue ganz unten auf die Einschätzung zum Wohnungsmarktangebot.

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Entweder hat man hier schon einen festen Interessenten, weshalb man auch ein beschleunigtes Verfahren anwenden will, denn hier ist die Beteiligung dann nicht zwingend vorgeschrieben, weder für die Bürger noch für die Institutionen. Man würde also eine zentrales Projekt ohne jede Art von Mitbestimmung durchführen können.

Begründung in der Beschlußvorlage:

Entsprechend dem Flächennutzungsplan ist aus Sicht der Stadt Jena der Standort für eine gewerbliche Entwicklung und Nachnutzung vorgesehen. Die Revitalisierungsfläche eignet sich aufgrund der Rahmenbedingungen insbesondere für die Ansiedlung von hochwertigen Gewerbebetrieben und Unternehmen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung.Dies wird durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof Jena-West unterstrichen, da die Mitte-Deutschland-Verbindung deutlich aufgewertet wird. 

Hier macht man es sich wieder einfach. Der alte Flächennutzungsplan soll einmal wieder dafür herhalten, schnell eine Begründung für die Notwendigkeit herbeizuführen, dass dort eben nur Gewerbe geht. Auch dass die Revitalisierungsfläche besonders nur für „hochwertigen Gewerbebetrieben und Unternehmen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung“ geeignet sein soll, bleibt rätselhaft. Letztendlich wird noch die Begründung zum Bahnhof als Argument aufgeführt, aber nicht nur das. Die gesamte Mitte-Deutschland-Verbindung erfährt damit eine Aufwertung. Naja, das liest sich irgendwie schon sehr an den Haaren herbeigezogen.

Wobei der Westbahnhof natürlich wirklich einen Vorteil hat. Er könnte die zusätzlichen Arbeitskräfte täglich für die Arbeitszeit nach Jena rankarren, was sicherlich einem interessanten ökologischen Ansatz folgt. Jedoch sind die Gewerbegebiete nach Beendigung der Arbeit einfach nur tote Gebiete, da es sich eben um reine Gewerbegebiete handelt. Lebensqualität bedeutet jedoch nicht nur, einen guten Arbeitsplatz zu haben, sondern vor allem auch in der Stadt wohnen zu können, wo die Fachkräfte auch arbeiten. Dazu empfehle ich einmal das Lesen der Studien zu den Schwarmstädten, wo das Wohnen am Arbeitsort sogar noch wertvoller eingeschätzt wird.

Lesen:
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Leider komme ich zu dem Schluss, dass hier wieder die Stadtentwicklung eine wirkliche Chance verpasst, zeitgemäß und nachhaltig zu planen. Dies ist mit dem neuen Konzepten der „Urbanen Gebiete“ seit kurzem möglich. Genau für die kurzen Wege zwischen Arbeit und leben wurde dieser Bauordnungstyp geschaffen, damit es eben vor allem zukünftig möglich wird, Arbeiten und Leben enger miteinander zu verknüpfen. Dass hier nicht einmal Wohnungsbau in eine mögliche Überlegung einfließt, unterstützt nicht gerade die These, dass die Stadtverwaltung Jena wirklich Interesse an der Schaffung von Wohnungen interessiert ist, und es bleibt dabei, dass man nur bereits vorhandene Gewerbe neu quantifiziert und qualifiziert. Und das Ganze soll dann zusätzlich auch noch 80.000 Euro kosten, Studien noch nicht mit eingerechnet.


Unterlagen zum Beschluss
Geltungsbereich (Lageplan und Geltungsbereich)
Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens B-J 38 Jena.In.West – Technologiecampus Otto-Schott-Straße

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